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Die Anticopy GmbH fordert Schadensersatz für Produktfotos auf eBay. Der Kanzlei Exner liegt auch ein Schreiben vor, nach dem Ansprüche auf Schadensersatz abgetreten wurden. Sodann wurde lukrativ hohe Forderungen gestellt.

Rechtsanwalt Exner: Angeblich will die Anticopy GmbH die Verstöße für 3000 ihrer Kunden bei eBay aufspüren. Nach einem hier vorliegende Dokument verspricht die Anticopy GmbH die Rechte auf eigene Kosten und Risiko zu verfolgen. Was erhält der Urheber also wirklich? Wie funktioniert das Geschäftsmodell?

Anticopy „erwirbt“ billig Rechte

Die Anticopy GmbH verspricht „Forderungsankauf“ nach der Verletzung von Bildrechten. Dabei soll der Fotograf pauschal 20,- EUR pro Bild erhalten. Das nachfolgende Bild ist ein Auszug aus der Internet-Seite dieses Anbieters; Stand 23.11.2017:

Forderungsankauf an Anticopy

Forderungsankauf an Anticopy

Der Fotograf erhält demnach im Gegenzug nur eine kleine Pauschale statt Schadensersatz (§ 97 UrhG). Auch wenn seine Bilder massenhaft auf eBay verwendet wurden…

Rechtsanwalt Exner: Nach einem hier vorliegenden Dokument tritt der Fotograf isoliert seine Rechte ab. Dieses Dokument trägt die Überschrift „Vereinbarung über die Abtretung von Forderungen aus Schadensersatzansprüchen und zur Geltendmachung von Unterlassungsansprüchen aus Urheberrechtsverletzung“. Dabei will ein Fotograf sicherlich seine Rechte schützen. Dennoch wird in einer vorliegenden Vereinbarung mit einem Fotograf ausdrücklich darauf hingewiesen, dass diese Leistungen keine „Rechtsberatung darstellen“. Da kommen Zweifel auf!

Schadensersatz für Bilder auf eBay

Die Anticopy GmbH machte im März 2017 in zwei vorliegenden Schreiben erhebliche Forderungen geltend.

  1. Dabei soll für die Verwendung eines Bildes auf eBay der Schaden bei 900,- EUR liegen. Gefordert wurden dann 300,- EUR Zahlung.
  2. Für die Verwendung von angeblich 13 Bildern wurden insgesamt 11.700,- EUR als Schaden beziffert. Es wurden dann 3.900,- EUR als Zahlung im ersten Anschreiben gefordert.

Anm. Rechtsanwalt Exner: Bei der Berechnung des Schadensersatzes wird die MFM-Listejetzt via BVPA erreichbar – heran gezogen. Die gilt jedoch zunächst nur für einen Profi-Fotograf mit entsprechender Ausrüstung. Dies wurde im hier genannten Fällen nicht nachgewiesen. Zudem ging es um „einfache“ Produktfotos. Der angebliche Schaden ist also wohl zu hoch angesetzt.

Angemessene Beteiligung des Urhebers?

Zwischen Schadensersatz und der Pauschale für den Fotograf liegt ein krasses Missverhältnis vor:

  1. Bei 20,- EUR Pauschale soll der Schadensersatz 900,- EUR betragen (x 45). Die tatsächliche Forderung beträgt 300,- EUR. (immer noch das 15-fache!)
  2. Bei 13 Bildern beträgt die Pauschale für den Urheber 260,- EUR. Der Schadensersatz wird mit 11.700,- EUR berechnet (wieder x 45). Und bei der tatsächlichen Forderung von 3.900,- EUR soll der Schädiger das 15-fache an Anticopy zahlen.

Hier wird klar, mit welcher „Gewinnspanne“ die Anticopy GmbH im Erfolgsfall nach einem Schreiben rechnet: Es sind dies 280,- EUR und 3.640,- EUR!

Kann die angeblich verwendete Software später weitere Verstöße feststellen, dann erhöht sich allein der „Gewinn“ des Unternehmens weiter.

Rechtsanwalt Exner: Die Anticopy GmbH verlangt erheblichen Schadensersatz … – der Fotograf erhält nur eine eher symbolische Pauschale. Damit erhält der wirklich Urheber meines Erachtens keine angemessene Vergütung. Das Geschäftsmodell der Anticopy GmbH führt nicht zu einer angemessenen Beteiligung des Urhebers.

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